MAPS, MIND, Research in Psychedelics and Entactogens

MIND auf der Psychedelic Science 2017 in Oakland – Meilenstein der wissenschaftlichen Erforschung von Psychedelika-unterstützen Therapien

Mit großem Besucherandrang und einer Fülle an spannenden Vorträgen und Events präsentierte sich vom 20.-24.4.2017 die von MAPS und der Beckley Foundation ausgerichtete Psychedelic Science 2017 (PS17) in Oakland, Kalifornien.
Von der Anzahl von mehr als 3000 Gästen der dreitätigen Hauptkonferenz zeigten sich auch die Organisatoren im Vorfeld überrascht, viele der Vorträge bekannter Protagonisten der Psychedelic Science wurden in weitere Räume übertragen, da die Auditorien dem Andrang der Interessierten nicht gewachsen waren.
Aber auch die Pre- und Post-Workshops waren ausgebucht und boten mit Themen von Dave Nichol’s pharmakologischem Grundlagenkurs über psychedelische Substanzen, bis hin zu pragmatischen Tipps zur Off-Label Therapie der Depression mit Ketamin ein breites Spektrum.
Die Hauptkonferenz gliederte sich in einen auf Forschung ausgerichteten, einen interdisziplinären und einem Plant Medicines- Track. Schwerpunkt war in allen Bereichen die Vorstellung von datenbasierten Studien und Projekten, so dass die Psychedelic Science hier ihrem Namen gerecht wurde und sich deutlich von anderen Konferenzen wie der Breaking Convention abhob, die ja auch einen deutlichen Schwerpunkt im Bereich der Psychedelic Culture setzen.
Aber langweilig wurde es auch in Oakland definitiv nicht, das Rahmenprogramm umfasste neben einer Kunstausstellung zur Visionary Art auch ein Comedy Banquet und mehrere gut besuchte Partys. Auch die Kalifornien-typische, eigens eingerichtete und legale PotSmoking Area vor der Hotellobby soll hier nicht verschwiegen werden – wobei sich das Publikum dieser Konferenz hier erstaunlich zurückhielt.
MIND war auf der PS17 mit 8 Mitgliedern vertreten, von denen Milan Scheidegger auch vortragend in Erscheinung trat. Sein hoch interessanter Beitrag über die an der Universität Zürich durchgeführten Studie zur Auswirkung von Psilocybin auf die Meditationstiefe bei erfahrenen Zen-buddhistischen Meditationsprofis – einem wunderbaren Projekt zur Nutzbarkeit der psychedelischen Erfahrung jenseits von psychiatrischen Kategorien. Ansehen kann man sich den kompletten Vortrag hier: https://www.youtube.com/watch?v=LZ9Vp4Hz5IU.
Ausgerüstet mit unseren frisch gedruckten Flyers und Visitenkarten, konnten wir zahlreiche interessante Kontakte herstellen und Kooperationspartner und potentielle Mitglieder in Europa und darüber hinaus auf uns aufmerksam machen.
Neben den öffentlichen Veranstaltungen fanden natürlich auch weitere Projekt- und Netzwerktreffen statt, auf denen MIND-Mitglieder vertreten waren:
Das European MDMA for PTSD-Study Group Meeting beschäftigte sich mit der Planung und Strategieentwicklung hin zur für ab 2020 angestrebten multizentrischen Phase-3 Zulassungsstudie für MDMA als Therapieadjunkt in der Traumtherapie in Europa. Hier kooperieren Forschungsgruppen aus Berlin und Zürich auch unter der Flagge von MIND mit MAPS als Sponsor der Studie. Neu ist hier die geplante Implementierung einer ebenfalls multizentrischen Open-Label-Vorstudie nach Vorbild der von MAPS in den USA abgeschlossenen Phase-2 Studie, um den Weg zur umfassenderen Zulassungsstudie zu ebnen. Hier steht eine Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Eric Vermetten, einem bekannten Traumatherapieforscher aus den Niederlanden im Fokus. Milan Scheidegger, Henrik Jungaberle und Andrea Zeuch nahmen zudem an dem nach der Konferenz von MAPS ausgerichteten Researchers’ Meeting teil, in dessen Rahmen wir spannende internationale Redner für die im Herbst 2018 von uns unter dem Namen SHIFT ausgerichtete Psychedelic Science Konferenz einladen konnten. So unter anderem den legendären Bill Richards und Marcella O’talora, die federführend an der Weiterbildung der Therapeuten für die MAPS Projekte beteiligt ist. Hier ergab sich noch eine weitere spannende Option: wir befinden uns derzeit mit Janis Phelps vom California Institute for Integral Studies (CIIS) in Gesprächen darüber, wie wir den dort implementierte und mit einem Universitätszertifikat versehenen Weiterbildungsgang in Psychedelic-assisted Therapies and Research in Zusammenarbeit mit MIND und weiteren Kooperationspartnern zeitnah nach Europa/Berlin holen können.
Alle weiteren Entwicklungen dieser ereignisreichen Tage in einem Blogbeitrag unterbringen zu wollen, würde die Kapazität des Formates sprengen. Wir stehen aber gerne zu persönlichen Gesprächen mit allen Interessierten zur Verfügung, zum Beispiel beim MIND-Meetup am 20.5. im Betahaus in Berlin-Kreuzberg ( Anmeldung hier: https://podio.com/webforms/18359826/1234551).

Blogpost by Dr. med. Andrea Zeuch – Mitglied des MIND Foundation Boards

 

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