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Relationale Psychotherapie und Psychedelische Behandlungen

Übersetzt von Caroline Franzke, editiert von Yiru Chen

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James Barnes, MSc., MA

Psychotherapist and Writer

James is interested in post-modern psychoanalysis and philosophy. His core interest is in relational, intersubjective models of psyche, world and the distress in-between.

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Saga Briggs

Journalist & Editor

Saga Briggs is one of the editors of the MIND blog.

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Photo von Liza Summer auf Pexels.

Editiert von Yiru Chen und Lucca Jaeckel.

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    • Essay
    • 8 minutes
    • Dezember 20, 2021
    • Klinische Psychologie
    • Philosophie & Bewusstsein
    • Psychedelische Therapie
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    Ein häufiges Merkmal von Therapiesitzungen sind Gespräche über Veränderungen eigener Beziehungen. Eine unmittelbare Veränderung der eigenen Wahrnehmung von Beziehungen ist wiederum ein häufiges Merkmal psychedelischer Erfahrung.
    Wie kann eine solche Unmittelbarkeit in der Therapie genutzt werden?
    Der Fokus liegt auf einer wesentlichen Beziehung – zwischen TherapeutIn und PatientIn.

    Positive psychedelische Erfahrungen und erfolgreiche Therapiebehandlungen hängen oftmals von Veränderungen im Erleben eigener Beziehungen ab. In einer Studie zur Beurteilung des Nutzens von Psilocybin bei Personen, die mit behandlungsresistenter Depression diagnostiziert wurden, stellten Watts et al. fest, dass vertiefte Verbundenheit ein primärer Mechanismus zur Verbesserung des Wohlbefindens sein kann: Nach der Behandlung berichteten viele Betroffene, dass sie in der Lage waren, sich wieder mit Familienmitgliedern, Personen aus Freundeskreisen, Fremden und sogar mit Menschen, die ihnen Unrecht getan hatten, zu verbinden. Dabei war „der Übergang von eigener Abkopplung (von sich selbst, Anderen und der Welt) zu einem Verbundenheitsgefühl“ prägend und wurde als einer der wertvollsten Aspekte der Behandlung identifiziert.1

    Gleichzeitig gilt die Qualität der Beziehung zwischen den beteiligten Personen während einer therapeutischen Behandlung (bekannt als „therapeutische Allianz“) als einer der einflussreichsten Aspekte der Psychotherapie.2 Trotz dieser Zusammenhänge zwischen positiver intersubjektiver Erfahrung und Wohlbefinden, konzentrieren sich die meisten zeitgenössischen Therapiemethoden, und damit auch die meisten psychedelischen Therapieverfahren, auf die individuelle subjektive Erfahrung und vermeiden es, die Aufmerksamkeit auf die „Beziehung im Raum“ zu lenken.

    In diesem Beitrag plädieren wir für die relationale (beziehungsorientierte) Psychotherapie, die sich auf die Bindung zwischen den Beteiligten konzentriert und eine vielversprechende Ergänzung zur psychedelischen Behandlung sein kann.

    Die psychedelische Therapie im Überblick

    Nach einer Reihe von Studien über LSD und chronischen Alkoholmissbrauch, führten die britischen Kliniker Humphry Osmond und Ronald Sandison in den 1950er Jahren psychedelische Substanzen in die Psychiatrie ein. Damit legten sie den Grundstein für die beiden ersten Formen der psychedelischen Therapie.

    Osmond stellte fest, dass einige seiner Patienten scheinbar nur durch das Erlebnis vom Alkoholismus-bedingten Delirium Tremens, einhergehend mit intensiven und von Halluzinationen geprägten Episoden, in der Lage waren, mit dem Trinken aufzuhören. Er folgerte daraus, dass eine einzige hohe Dosis LSD ebenfalls dazu motivieren könnte, mit dem Trinken aufzuhören.3

    Mehr als 2.000 LSD-Behandlungen wurden bis Ende der 1960er Jahre von Osmond und Kollegium durchgeführt. Sie berichteten, dass 40-45 % der Teilnehmenden im folgenden Jahr ohne Rückfall mit dem Trinken aufhörten.4 Parallel dazu hatte Sandison eigene Studien mit LSD zur Behandlung von Psychosen durchgeführt, wodurch eine eigens dafür vorgesehene LSD-Abteilung im Powick Hospital im Vereinigten Königreich geschaffen wurde.5

     Obwohl das politische Klima, sowie die gesetzlichen Einschränkungen der späten 60er Jahre Osmonds und Sandisons Bemühungen zum Stillstand brachten, legten ihre jeweiligen Ansätze der „LSD ‑Therapie“ den Grundstein für die heutige psychedelische Therapieverfahren. Die Methode nach Osmond wird als psychedelische Behandlung bezeichnet und sieht eine einzige hohe Dosis vor, um eine mystische/Peak-Erfahrung hervorzurufen, wobei zunächst nur wenig tatsächliche Psychotherapie angeboten wurde; die Methode nach Sandison, die als psycholytische Therapiefrom bezeichnet wird, beinhaltete niedrigere Dosen und wurde mit Psychoanalyse kombiniert, was dem damaligen Freudschen Trend entsprach (obwohl Sandison in seiner eigenen Arbeit oft an Jung anknüpfte). Osmonds Patienten verbrachten den Großteil ihrer Sitzung mit Augenbinden auf der Couch; Sandisons Patienten erhielten zusätzlich farbige Kreide und wurden aufgefordert, Bilder aus ihrem Unbewussten auf einer Tafel festzuhalten. Als in den späten 90er und frühen 2000er Jahren die psychedelische Forschung wiederaufkam, hatte sich ein breites Spektrum jenseits der Psychoanalyse, als mögliche Kombination psychotherapeutischer Ansätze und Psychedelika herausgebildet, von denen viele nun auf den Ansätzen von Osmond und Sandison aufbauen.

    Kognitive Verhaltenstherapien aus der dritten Welle wurden bereits als Ansätze für weitere Studien zusammen mit Psychedelika empfohlen und umfassen dabei Modelle wie die Dialektische Verhaltenstherapie (DBT), die Akzeptanz- und Committment-Therapie (ACT) und die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie.6 Das Modell vom System der inneren Familie (IFS) wurde ebenfalls empfohlen und wird von Organisationen, wie MAPS, in therapeutischen Ausbildungsprogrammen eingesetzt.7 Mischformen aus kognitiver Verhaltenstherapie (CBT), transpersonalen, somatischen, Achtsamkeits- und ACT-Therapien gehören zu weiteren vielversprechenden Ansätzen, die aus der dritten Welle hervorgegangen sind. Das ACE-Modell (orig.: Accept, Connect, Embody), eine Kombination aus CBT und ACT, wurde von der Klinikerin Dr. Rosalind Watts und ihrem Kollegium entwickelt, in Fachzeitschriften veröffentlicht und von dem psychedelischen Retreat-Zentrum Synthesis aus den Niederlanden übernommen.8

    Das psychedelische Harm-Reduction and Integration (PHRI)-Modell, ein von Gorman et al. etablierter transtheoretischer und transdiagnostischer Ansatz, stellt eine mitfühlende statt stigmatisierende Sichtweise auf Entscheidungen betroffener Personen, sowie deren Autonomie in den Vordergrund der Therapie.9 Derzeitig werden häufig verschiedene Techniken aus der psychedelisch-integrativen Therapie in Kombination angewendet. In der Regel sind sie komplexer als einzelne traditionelle Ansätze und verfolgen die nachstehenden Ziele: Unterstützung bei der Erkundung eigener Vermeidungserfahrungen, Förderung eines erhöhten Akzeptanzerlebens, Sinnfindung, Identifizierung persönlicher und gemeinschaftlicher Werte, Umgang mit Grenzerfahrungen sowie Reflexion über die Bedeutung innerer und äußerer Umgebung (orig.: Set und Setting).10

    Anstatt abweichendes Denken zu „reparieren“ oder das Unbewusste zu „überprüfen“, sind solche Techniken der dritten Welle, im Gegensatz zu den früheren kognitiven Verhaltenstherapien oder der Psychoanalyse, besonders geeignet für Psychedelika. Es wird eine Hinwendung hin zu Akzeptanz, Achtsamkeit und Loslösung von der narrativen Natur mentaler Prozesse angestrebt.11

    Psychedelika scheinen derartige Haltungen im Menschen zu begünstigen. Was diese Therapien nicht vollständig ausschöpfen – und was Psychedelika auf der anderen Seite zu verstärken scheinen – ist die relationale (beziehungsorientierte) Natur des fundamentalen menschlichen Erlebens. Wenn psychedelische Erkenntnisse oftmals aus einer konkreten Veränderung der Wahrnehmung eigener Beziehungen resultieren (sei es zu sich Selbst, zu Anderen, zur Umwelt oder zu einer Gottheit)12, dann sollten sich diese konkreten Veränderungen auch auf die therapeutische Beziehung selbst ausweiten und hierdurch erforscht werden können.

    Eine Therapieform, die die Intersubjektivität in den Mittelpunkt des Behandlungsprozesses stellt und Psychedelika damit widerspiegelt, ist die relationale Psychotherapie.

    Vom Individualisten zum Beziehungsmenschen

    Die Ansätze kognitiver Verhaltenstherapien der dritten Welle sind trotz ihrer sehr unterschiedlichen Schwerpunkte durch einen gemeinsamen Grundsatz verbunden – das Festhalten an einer sogenannten „Ein-Personen-Psychologie“. Dieser Terminus beschreibt die Vermutung eines individualistischen Modells von Verstand und Entwicklung, was dazu führt, dass psychotherapeutische Veränderungen im Wesentlichen als ein interner, subjektiver Prozess verstanden wird. Aus der Perspektive der „Ein-Personen-Psychologie“ werden die wichtigen „Anderen“ in unserer Welt – in diesem Kontext Eltern und Therapierende – außerhalb der involvierten Transformationsprozesse gesehen, um von ihnen unabhängige Veränderungen zu ermöglichen (oder zu beeinträchtigen). Dieses Leitbild verdanken wir Piaget und Freud mit ihrer jeweiligen Behauptung, dass wir primär asoziale, psychologisch introvertierte Wurzeln haben (d. h. primärer Narzissmus) und uns erst in zweiter Linie – und entwicklungsbedingt erst viel später – uns relational zu anderen Menschen und der Welt „hinwenden“. Mit anderen Worten, es handelt sich um ein inhärent individualistisches Modell.13 Während dieses Modell in der psychologischen und psychotherapeutischen Literatur eine mehrheitlich, wenn auch nicht explizite, vorherrschende Stellung einnimmt, wird es zunehmend zugunsten eines anderen Modells ersetzt, das wir als relationales Modell bezeichnen. Da die „Ein-Personen-Psychologie“ ihre Ursprünge aus philosophischen und entwicklungspsychologischen Vorstellungen hat, die weitestgehend widerlegt sind, erleben wir diesen Wandel nicht nur in der Entwicklungspsychologie und der Psychoanalyse, sondern auch in einer Vielzahl von Disziplinen wie Philosophie, Kognitionswissenschaft und Anthropologie. Vereinfacht ausgedrückt ist das relationale Modell die Umkehrung des individualistischen Modells. Anstelle von Menschen, die zu Beginn im Wesentlichen psychologisch introvertiert sind und erst später wechselseitig bedeutsame zwischenmenschliche Erfahrungen mit Anderen und der Welt machen, geht das relationale Modell davon aus, dass wir von Anfang an auf Andere eingestellt sind und in wechselseitiger Beziehung zu ihnen stehen. Chronologisch, existenziell und psychologisch gesehen steht eine „primäre Intersubjektivität“ anstelle eines „primären Narzissmus“,was bedeutet, dass sich der Schwerpunkt nach der Umkehrung von dem, was innerhalb des Individuums vor sich geht, auf das was zwischen den Menschen vor sich geht verlagert.14 Im Hinblick auf die Entwicklungsforschung hat sich das relationale Modell durch eine beträchtliche Anzahl empirischer Belege bestätigt.15-19 Im Hinblick auf die Psychotherapie können wir es an den vielmals zitierten, zentralen Forschungsergebnissen sehen, dass die „therapeutische Allianz“ der beste Prädiktor für einen therapeutischen Erfolg ist.2 Das relationale Modell stimmt auch mit gewissen Hauptkritikpunkten und Annahmen der phänomenologischen Praxis überein. Wir sehen zum Beispiel eine klare Verbindung zu Heideggers grundlegender Auflösung des Subjekt-Objekt-Dualismus durch die Aufhebung einer getrennten Darstellung des „In-der-Welt-Seins“ und des „Mit-(Anderen)-Seins“. Nicht ohne Grund erfreut sich die phänomenologische Praxis in den oben genannten Disziplinen an einer Renaissance, und wird häufig im Zuge von Beziehungstheorien herangezogen, um das Bild der Verknüpfung von Selbst und dem Anderem zu vervollständigen.20-22

    Für die Psychotherapie folgt daraus vor allem eine Verschiebung von der „Ein-Personen-Psychologie“ zu einer „Zwei-Personen-Psychologie“. Es findet eine Verlagerung vom individuellen Subjekt zur intersubjektiven Dyade statt – das heißt, von dem, was in der mentalen Welt des Menschen vor sich geht, zu den relationalen Interaktionen und intersubjektiven Erfahrungen mit der therapierenden Person. Der Schwerpunkt verlagert sich von dem Versuch, von außen ein abweichendes oder dysfunktionales Denken, Verhalten oder Emotionen zu ändern oder zu beheben, hin zur Heilung von Beziehungswunden, Versäumnissen oder Traumata mit der inneren beziehungsorientierten Verbindung.

    Während relationale PsychotherapeutInnen keineswegs auf Gedanken und Gefühle über Ereignisse außerhalb der therapeutischen Beziehung verzichten, haben sie ein besonderes Interesse daran, die Aufmerksamkeit auf momentane Vorgänge zu lenken. Sie sagen zum Beispiel Sätze wie: „Etwas, das dem, was Sie beschreiben, sehr ähnlich ist, scheint jetzt auch zwischen uns zu passieren. Wie wäre es, wenn wir uns das ansehen?“ oder „Es fühlt sich so an, als ob Sie jedes Mal, wenn ich dies tue, auf [diese und jene] Weise reagieren…“, um die betroffene Person einzuladen, in einen intersubjektiven Dialog zu treten. Dabei wird die therapeutische Perspektive aufgefordert, Gedanken und Gefühle in Bezug auf die therapeutische Beziehung behutsam preiszugeben. Infolgedessen verlagert sich das Ziel von dem Versuch neue Denk- oder Verhaltensweisen zu erarbeiten, auf die Entwicklung neuer Bindungsformen, welche sicherer und belohnender sind.

     Psychedelika und relationale Heilung

    Was möglicherweise die relationale Psychotherapie in einzigartiger Weise mit Psychedelika verknüpftist ihr Schwerpunkt auf die Beziehung als therapeutisches Mittel. . Nach dem relationalen Modell ist diese Beziehung, die Grundlage und der Antrieb für psychische Gesundheit und Entwicklung. Das Ziel der relationalen Psychotherapie besteht im Wesentlichen darin, die Beziehung zu fördern, die nicht durch gewohnheitsmäßige Dynamiken behindert wird. Die behandelte Person beschäftigt sich zwar immer noch mit ihrem „inneren“ Selbst, wenn ein Zeuge anwesend ist, aber der Schwerpunkt liegt auf der aktiven Beziehung zu diesem Zeugen. Positive intersubjektive Erfahrungen führen nicht nur zu einer Reorganisation auf kognitiver Ebene, wie Befunde der interpersonellen Neurobiologie belegen23, sondern können auch einen erlebten Nutzen von Psychedelika verstärken. In ihrer Arbeit über psychedelische Gemeinschaft fanden Kettner et al. heraus, dass intersubjektive Erfahrungen während psychedelischer Gruppensitzungen dauerhafte Veränderungen des psychologischen Wohlbefindens und der sozialen Verbundenheit vorhersagen. Insbesondere „eine positive Beziehung zwischen Betreuung und Teilnehmenden“ war ausschlaggebend für die Vermittlungeiner aktiv erlebten Zusammengehörigkeit und gemeinsamen Menschlichkeit, die zu diesen positiven Veränderungen beitrugen.24

     Aktuelle Studien zur Neurobiologie von Psychedelika weisen auf den potenziellen Nutzen der relationalen Psychotherapie auch während der Integration hin: Nach Befunden aus dem Labor von Prof. Gül Dölen an der Johns Hopkins University, können Psychedelika bei Mäusen ein kritisches Fenster einer sozialen Periode wieder öffnen und ihr soziales Lernen weit über die akute Dosis hinaus verändern.25 Dies veranlasste Prof. Dölen zu der Vermutung, dass das „therapeutische Fenster“ des Gehirns nach einer hochdosierten psychedelischen Sitzung wochen-, wenn nicht sogar monatelang offen bleibt.26 Dieses Fenster könnte nicht nur als eine längere Zeitspanne für die Verarbeitung subjektiver Erfahrungen gesehen werden, sondern auch als offenes Zeitfenster für das Erkunden von Beziehungsverhältnissen und/oder deren Wiederherstellung im Hier und Jetzt, mit und durch die therapierende Person. Aus einer beziehungsorientierten Perspektive sind „rasche Problemlösungen“ in der Tat schwer zu finden, und eine nachhaltigere und konsequentere Psychotherapie erforderlich sein, in der sich Beziehungsarbeit entwickelt.. Darüber hinaus untermauern die Befunde von Prof. Dölen, dass sich dieses „therapeutische Fenster“ speziell auf das soziale Belohnungslernen bezieht und es nur in einem sozialen Umfeld modifiziert werden kann.26 In Anbetracht dieser Punkte kann die Qualität einer therapeutischen Beziehung und die ausdrückliche Einbeziehung dessen innerhalb der Therapie einen bedeutenden Einfluss auf die Erfolge psychedelischer Behandlungen haben.

    Es scheint als wäre es eine verpasste Chance für psychedelische Integrationsverfahren, sich nur auf Erfahrungen außerhalb der therapeutischen Beziehung zu konzentrieren. Während beziehungs-orientierte Erkenntnisse aus der psychedelischen Erfahrung wahrscheinlich nur in den meisten CBT-Settings der dritten Welle diskutiert werden, hat der relationale psychotherapeutische Ansatz die Möglichkeit, nicht nur einen Raum für Gespräche über Integration zu schaffen, sondern im Raum Integration in Echtzeit in die Praxis umzusetzen. Wie es so schön heißt: „Psychedelika bestrafen das Vermeiden“. In diesem Sinne straft ein relationaler Ansatz für psychedelische Therapiemodelle auch Vermeidung, indem hier die zwischenmenschliche Beziehung in den Mittelpunkt des integrativen Prozesses gestellt wird.

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    Quellen

    1. Watts, R., Day, C., Krzanowski, J., Nutt, D., & Carhart-Harris, R. (2017). Patients’ Accounts of Increased “Connectedness” and “Acceptance” After Psilocybin for Treatment-Resistant Depression. Journal of Humanistic Psychology, 57(5), 520–564. https://doi.org/10.1177/0022167817709585 
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    3. Dyck, E (2006). ‘Hitting Highs at Rock Bottom’: LSD Treatment for Alcoholism, 1950–1970, Social History of Medicine, Volume 19, Issue 2, Pages 313–329, https://doi.org/10.1093/shm/hkl039 
    4. Tanne J. H. (2004). Humphry Osmond. BMJ : British Medical Journal, 328 (7441), 713. 
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    8. Watts, et al. (2020). The Use of the Psychological Flexibility Model to Support Psychedelic Assisted Therapy, Journal of Contextual Behavioral Science, Volume 15, Pages 92-102, DOI: https://doi.org/10.1016/j.jcbs.2019.12.004 
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    10. Reiff, Collin M., et al. (2020). Psychedelics and Psychedelic-Assisted Psychotherapy, American Journal of Psychiatry, Volume 177, Number 5, Pages 391-410, DOI: 10.1176/appi.ajp.2019.19010035 
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    17. Meltzoff, A. N. (2013). Origins of social cognition: Bidirectional self-other mapping and the ‘like-me’  hypothesis. In M. R. Banaji & S. A. Gelman (Eds.), Navigating the social world: What infants, children, and other species can teach us (pp. 139–144). New York: Oxford University Press. 
    18. Reddy, V. (2015). Joining intentions in infancy. Journal of Consciousness Studies, 22, 24–44. 
    19. Stern, D. N. (1985). The Interpersonal World of the Infant: A View from Psychoanalysis and Developmental Psychology. New York: Basic Books. 
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    22. Heidegger, M. Being and Time. Malden, MA: Blackwell, 1962. Print. 
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    24. Kettner H., Rosas F. E., Timmermann C., Kärtner L., Carhart-Harris R. L., Roseman L. (2021). Psychedelic Communitas: Intersubjective Experience During Psychedelic Group Sessions Predicts Enduring Changes in Psychological Wellbeing and Social Connectedness, Frontiers in Pharmacology, Volume 12, Page 234. DOI: 10.3389/fphar.2021.623985     
    25. Nardou, R., Lewis, E.M., Rothhaas, R. et al. Oxytocin-dependent reopening of a social reward learning critical period with MDMA. Nature 569, 116–120 (2019). https://doi.org/10.1038/s41586-019-1075-9 
    26. https://mind-foundation.org/mdma-therapy-social/